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  • Deutscher Konvertit bei Drohnenangriff getötet

    Deutscher Konvertit durch Drohne getötetBild vergrößern Patrick K. ist der erste deutsche Konvertit, der bei einem Drohnenangriff getötet worden ist. (Foto: OH)
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    Erstmals ist ein deutscher Konvertit bei einem Drohnenangriff im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ums Leben gekommen. Der Angriff soll im Februar 2012 stattgefunden haben. Dies geht aus einer Videobotschaft deutscher Islamisten hervor. Der Offenbacher Patrick K. war den Behörden bekannt: Er soll vor Jahren in Hessen als Informant der islamistischen Szene angeworben worden sein.

    Von Marie Delhaes
    Erstmals ist ein deutscher Konvertit in Waziristan bei einem Drohnenangriff ums Leben gekommen. Dies geht aus einer Videobotschaft deutscher Islamisten hervor. Der Name des Toten wird mit Patrick K. aus Offenbach angegeben.

    Angeblich soll er nach Informationen von SZ.de und des NDR bei einem Drohnenangriff am 16. Februar 2012 in der Nähe der Stadt Mir Ali getötet worden sein. Der 27-Jährige lebte zu diesem Zeitpunkt seit weniger als einem Jahr in Waziristan. Patrick K.s Ehefrau, wahrscheinlich eine Pakistanerin, reiste mit ihm ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet aus.

    In der Videobotschaft, die in zwei Teilen in einem dschihadistischen Forum veröffentlicht wurde und der SZ vorliegt, ist Patrick K. einige Minuten lang zu sehen, er lächelt in die Kamera. In dem Video wird auch sein Leben in Deutschland geschildert. Demnach ist er bereits im Winter 2001 als 16-Jähriger zum Islam konvertiert. Angeblich war er von deutschen Sicherheitsbehörden als Informant der islamistischen Szene angeworben worden.

    Nach eigenen Angaben stand er in engem Kontakt mit einem Beamten vom BKA in Hessen, der ihn erfolgreich angeworben haben soll. Auch der Verfassungsschutz soll ihn kontaktiert haben. Patrick K. war im Vorfeld des Bonner Deutschlandfestes 2011 in Offenbach festgenommen worden. Es hatte in der islamistischen Szene Gerüchte wegen eines möglichen Anschlags in Bonn gegeben. Der Verdächtige wurde aber bereits einige Stunden später wieder auf freien Fuß gesetzt, da es keine konkreten Hinweise auf einen angeblich geplanten Anschlag gab. Einige Tage später reiste K. nach Pakistan aus. Angeblich wollte er in Kontakt mit dem BKA bleiben, er setzte sich jedoch in die Stammesgebiete ab.

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    Bei dem Drohnenangriff am 16. Februar war er angeblich mit mehreren usbekischen Kämpfern in einem Pickup unterwegs. Sie fuhren rund 35 Kilometer südlich von Mir Ali in Richtung Südwaziristan, als Raketen der MQ-1 Predator Drohne ihr Fahrzeug trafen.

    Augenzeugen berichteten, dass auch eine Stunde nach dem Angriff noch vier Drohnen über dem brennenden Autowrack kreisten. Das Fahrzeug war vollkommen ausgebrannt und keiner der Insassen überlebte. Bei dem Angriff starben insgesamt zehn Menschen.

    Nach Zählungen des britischen Dokumentationszentrums “The Bureau of Investigative Journalism” steht die Attacke in einer langen Reihe von Drohnenangriffen. Es war der 263. Angriff seit 2004 und der neunte Drohnenangriff im Jahr 2012. Eine Woche zuvor, am 9. Februar, wurden bei einem Angriff, der ebenfalls in Nordwaziristan stattfand, mehrere hochrangige Führungspersonen getötet. Unter ihnen war Badar Mansoor, der Kommandeur der pakistanischen Taliban mit starken Verbindungen zu al-Qaida.

    Die Brüder Chouka
    Die Meldung vom Tod des deutschen Konvertiten kam von den Bonner Brüdern Mounir und Yassin Chouka. Die Choukas melden sich regelmäßig aus Waziristan. Sie sind 2008 über den Jemen ins afghanisch-pakistanische Grenzgebiet ausgereist. Seitdem sind sie die Nachrichtensprecher des Dschihads. Viele Jahre veröffentlichten sie ihre Videobotschaften unter dem Label “Studio Jundullah” (Armee Gottes) der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU). Seit einigen Monaten hat sich das geändert. Nun erscheint ihr zweites Video unter dem Namen “Al-Khandaq”, eine Anspielung auf eine historische Schlacht, bei der der Prophet gekämpft hat.

    12. Januar 2014 12:24

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